Lesestart zum Lesenlernen
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Lesestart zum Lesenlernen wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Sammlung kindgerechter Geschichten. In meiner Nutzung zeigt sich aber schnell, dass der eigentliche Reiz in der Verbindung aus Lesen, Zuhören, Entdecken und Spielen liegt. Das Spiel der Kategorie Lernen richtet sich an Kinder, die erste Erfahrungen mit Geschichten und Buchstaben sammeln, ohne dass sich jede Minute wie eine Übung anfühlen muss.
Ich finde diesen Ansatz besonders gelungen, weil das Kind nicht sofort vor einer langen Textseite sitzt. Stattdessen beginnt es mit einer überschaubaren Handlung: Eine Geschichte wird ausgewählt, ein Bild oder eine Figur weckt Interesse, und daraus entsteht der nächste kleine Schritt. Diese niedrige Einstiegshürde ist wichtig. Ein Kind, das beim Lesenlernen schnell die Geduld verliert, bekommt hier eher das Gefühl, eine Geschichte zu erkunden, als eine Aufgabe abzuarbeiten.
Entwickelt wurde die App von the Good Evil GmbH. Sie ist kostenlos erhältlich und für Kinder ab null Jahren eingestuft. Mit über hunderttausend Installationen und einer durchschnittlichen Bewertung von 4,0 aus rund dreihundert Bewertungen hat sie bereits viele Familien erreicht. Diese Zahlen ersetzen natürlich keinen eigenen Test, zeigen aber, dass das Konzept nicht nur eine Nischenidee geblieben ist.
Vom ersten Antippen bis zur nächsten Geschichte
Der erste Schritt bleibt angenehm einfach
Die wichtigste Entscheidung fällt direkt am Anfang: Das Kind muss nicht erst ein kompliziertes Menü verstehen. Bei einer Lese-App für jüngere Kinder ist das mehr als eine Komfortfrage. Wenn die Navigation zu viele Symbole, Ebenen oder Auswahlmöglichkeiten bietet, wird aus dem Lesen schnell eine Suche nach der richtigen Schaltfläche. Lesestart zum Lesenlernen setzt stattdessen auf einen Zugang, der sich über Geschichten und Bilder erschließt.
In meinem Eindruck funktioniert das besonders gut für Kinder, die noch nicht sicher lesen. Sie können sich zunächst über die Illustration, die Figuren oder die Situation orientieren. Erst danach entsteht die Bereitschaft, sich mit dem Text zu beschäftigen. Das ist ein sinnvoller Unterschied zu klassischen Lernprogrammen, die sofort eine richtige Antwort oder das Erkennen einzelner Buchstaben verlangen.
Eltern sollten trotzdem nicht erwarten, dass die App einen vollständigen Leseunterricht ersetzt. Sie ist eher ein begleitender Einstieg. Wer mit dem Kind gemeinsam beginnt, kann auf einzelne Wörter zeigen, kurze Abschnitte vorlesen und anschließend fragen, was in der Geschichte passiert ist. Dadurch wird aus dem bloßen Antippen ein kleines Gespräch über Inhalt und Sprache.
Ein alltagstaugliches Beispiel ist der Übergang vom Nachmittag zum Abend. Nach dem Essen kann das Kind eine Geschichte auswählen und zunächst selbst durch die Szenen gehen. Wenn die Aufmerksamkeit nach einigen Minuten nachlässt, muss man nicht gleich eine neue Lernaufgabe starten. Ein kurzer Austausch über eine Figur oder das Ende reicht oft, damit die Erfahrung positiv bleibt.
Lesen fühlt sich hier wie Erkunden an
Der Kern besteht nicht darin, möglichst viele Seiten in kurzer Zeit zu schaffen. Vielmehr wird eine Geschichte in kleine Begegnungen aufgeteilt. Das Kind liest, hört oder betrachtet etwas, reagiert darauf und bekommt anschließend einen Anlass, weiterzumachen. Genau dieser Wechsel verhindert, dass die App wie ein digitales Arbeitsblatt wirkt.
Die erste konkrete Empfehlung, die ich Eltern geben würde: Nicht sofort korrigieren. Wenn ein Kind ein Wort langsam entziffert oder zunächst nur auf Bilder achtet, sollte man den Ablauf nicht ständig unterbrechen. Besser ist es, die Geschichte erst einmal laufen zu lassen und danach ein einzelnes Wort herauszugreifen. So bleibt die Handlung erhalten, während trotzdem ein Lernmoment entsteht.
Ein zweiter nützlicher Kniff ist die Auswahl nach Stimmung statt nach Schwierigkeitsgrad. Wenn das Kind müde ist, eignet sich ein kurzer, vertrauter Ablauf besser als eine neue Herausforderung. An einem wachen Nachmittag kann man dagegen gemeinsam eine unbekannte Geschichte ausprobieren. Diese flexible Nutzung ist eine Stärke, weil sie die App näher an den Familienalltag bringt als ein festes Übungsprogramm.
Feedback, das den nächsten Schritt vorbereitet
Der Ablauf lebt von kleinen Rückmeldungen. Eine Handlung führt zu einer Reaktion, und diese Reaktion zeigt dem Kind, dass es etwas bewirkt hat. Für jüngere Nutzer ist das entscheidender als eine ausführliche Erklärung. Wenn eine Auswahl sichtbar etwas verändert oder eine Geschichte auf die Aktion reagiert, entsteht ein verständlicher Zusammenhang zwischen Tun und Ergebnis.
Ich würde diesen Rhythmus als ruhig und motivierend beschreiben, nicht als hektisches Belohnungsspiel. Das passt zum Thema Lesenlernen. Das Kind soll nicht nur möglichst schnell tippen, sondern aufmerksam bleiben und den Zusammenhang zwischen Bild, Wort und Handlung wahrnehmen. Gerade bei ersten Leseerfahrungen ist ein langsamerer Ablauf oft wertvoller als eine lange Kette von Aufgaben.
Die Rückmeldung hat aber auch eine Grenze. Wer ein systematisches Training mit klaren Lernstufen, Wiederholungsplänen oder detaillierter Auswertung sucht, wird hier vermutlich weniger bekommen, als von einer spezialisierten Lese-Lern-App. Lesestart zum Lesenlernen überzeugt vor allem über den erzählerischen Zugang. Für gezieltes Üben einzelner Lautverbindungen oder Buchstabengruppen ist ein klassisches Lernprogramm wahrscheinlich die bessere Ergänzung.
Eltern können die Rückmeldungen trotzdem pädagogisch nutzen. Wenn das Kind bei einer Geschichte immer an derselben Stelle zögert, muss man daraus keine Prüfung machen. Man kann das betreffende Wort später in einem anderen Zusammenhang wieder aufgreifen. Diese beiläufige Wiederholung ist oft wirksamer, als das Kind sofort zum erneuten Lesen zu zwingen.
Die Belohnung ist der Fortgang selbst
Was mich an diesem Konzept überzeugt, ist die Art, wie die Belohnung in den Ablauf eingebaut ist. Die Motivation entsteht nicht nur durch einen einzelnen Erfolg, sondern dadurch, dass das Kind sehen möchte, wie die Geschichte weitergeht. Eine neue Szene, eine Reaktion oder ein weiterer Abschnitt kann bereits genug Anreiz sein, um noch einen Schritt zu machen.
Das ist für das Lesenlernen sinnvoll, weil die Aufmerksamkeit auf Bedeutung gelenkt wird. Das Kind liest nicht ausschließlich, um ein Symbol oder eine Punktzahl zu erhalten, sondern um herauszufinden, was als Nächstes passiert. Bei einem Kind, das Geschichten mag, kann dieser erzählerische Sog stärker wirken als eine künstliche Belohnung.
Gleichzeitig sollten Eltern den Umfang der Motivation realistisch einschätzen. Nicht jedes Kind bleibt wegen einer Geschichte lange bei der Sache, und nicht jede Auswahl wird gleich interessant sein. Die App eignet sich deshalb nicht als verlässlicher Zeitfüller für eine ganze Autofahrt oder einen kompletten Nachmittag. Ihre Stärke liegt eher in kurzen, konzentrierten Abschnitten, die man bei Bedarf später wieder aufnimmt.
Ein praktischer Einsatz ist eine kleine Lesesitzung vor dem Schlafengehen. Das Kind wählt eine Geschichte, erkundet sie in seinem Tempo und beendet sie an einem natürlichen Punkt. Im Unterschied zu einem schnellen Spiel mit ständig neuen Reizen kann dieser Ablauf ruhiger ausfallen. Wer allerdings eine völlig bildschirmfreie Abendroutine aufgebaut hat, sollte die App nicht automatisch einführen, nur weil sie einen Lernzweck hat.
Warum ein Neustart nicht wie ein Rückschritt wirkt
Nach einer Geschichte beginnt der Ablauf wieder von vorn: Es gibt erneut eine Auswahl, einen neuen Einstieg und die Möglichkeit, eine bekannte oder andere Geschichte zu entdecken. Dieser Reset ist kein Nachteil, sondern ein wichtiger Teil des Konzepts. Kinder können dieselbe Geschichte wiederholen, ohne dass die Wiederholung als Scheitern erscheint.
Gerade beim Lesenlernen ist das wertvoll. Beim ersten Durchgang steht meist die Handlung im Vordergrund. Beim zweiten Mal fallen vielleicht einzelne Wörter, Bilddetails oder wiederkehrende Formulierungen auf. Beim nächsten Durchlauf kann das Kind schon mehr selbst übernehmen. Die App schafft damit einen natürlichen Grund, nochmals zu beginnen, statt jede Geschichte nur einmal abzuhaken.
Ich würde Eltern empfehlen, Wiederholungen bewusst zuzulassen. Wenn das Kind immer dieselbe Geschichte auswählt, ist das nicht automatisch ein Zeichen für fehlenden Fortschritt. Vertrautheit kann Sicherheit geben und die Aufmerksamkeit auf Sprache lenken. Erst wenn das Kind selbst nach etwas Neuem sucht, lohnt es sich, eine weitere Geschichte vorzuschlagen.
Der Nachteil dieses offenen Neustarts liegt darin, dass die Lernroutine von der Begleitung abhängt. Wer eine App erwartet, die automatisch festlegt, was als Nächstes geübt werden soll, könnte den Ablauf als wenig zielgerichtet empfinden. Lesestart zum Lesenlernen gibt dem Kind eher Raum, als einen strengen Lehrplan vorzugeben.
Für wen die App besonders gut passt
Ich sehe die größte Stärke bei Vorschulkindern und bei Kindern, die erste Kontakte mit dem Lesen haben, aber noch nicht ausdauernd mit klassischen Aufgaben arbeiten. Auch Familien, die gemeinsam lesen möchten, bekommen einen guten Ausgangspunkt. Die Geschichten bieten Gesprächsanlässe, und der spielerische Rahmen nimmt etwas Druck aus dem Lernmoment.
Gut passt die App außerdem zu Kindern, die sich über Bilder und Handlung leichter motivieren lassen als über einzelne Buchstaben. Sie kann eine Brücke zwischen Vorlesen und eigenständigem Lesen bilden. Ein Erwachsener kann zunächst viel übernehmen und dem Kind nach und nach einzelne Wörter oder kurze Abschnitte überlassen.
Weniger passend ist sie für ältere Kinder, die bereits flüssig lesen und ein anspruchsvolles Lesetraining suchen. Auch wer eine umfangreiche Bibliothek mit frei wählbaren Textlängen, detaillierten Lernstatistiken oder einem exakt abgestuften Kurs erwartet, sollte sich eher bei spezialisierten Angeboten umsehen. Der erzählerische Einstieg ist hier wichtiger als messbare Systematik.
Ein weiterer Trade-off betrifft die gemeinsame Nutzung. Für ein Kind, das selbstständig üben soll, kann die App angenehm niedrigschwellig sein. Für Eltern, die jeden Lernfortschritt dokumentieren oder gezielt bestimmte Schwierigkeiten bearbeiten möchten, ist sie weniger präzise. Sie eignet sich als täglicher Impuls, nicht als vollständiges Diagnosewerkzeug.
Im Vergleich zu Vorlesen, Lernkarten und klassischen Lernspielen
Gegenüber dem normalen Vorlesen bringt Lesestart zum Lesenlernen mehr Interaktion. Das Kind bleibt nicht ausschließlich Zuhörer, sondern kann den Verlauf über eigene Handlungen mitgestalten. Dafür fehlt im Vergleich zum gedruckten Buch ein Teil der Ruhe und Haptik. Wer gerade eine Pause vom Bildschirm sucht, erreicht mit einem echten Buch weiterhin mehr.
Im Vergleich zu Lernkarten oder Buchstaben-Apps ist der Zugang weniger direkt. Eine Buchstaben-App kann schneller zeigen, welcher Laut zu welchem Zeichen gehört. Lesestart zum Lesenlernen setzt früher an: Es möchte Interesse an Geschichten wecken und den Übergang zum Lesen angenehm machen. Für das konkrete Einüben von Lauten würde ich deshalb beide Arten von Angeboten nicht als Konkurrenten, sondern als unterschiedliche Werkzeuge betrachten.
Klassische Spiele belohnen oft Geschwindigkeit, Treffer oder eine steigende Punktzahl. Hier liegt der Gewinn eher in der Fortsetzung der Geschichte. Das macht den Ablauf ruhiger, kann aber für Kinder, die sofortige Herausforderungen lieben, weniger aufregend sein. Die richtige Wahl hängt daher stark davon ab, ob das Kind durch Handlung oder durch Wettbewerb motiviert wird.
Was Eltern vor der Nutzung wissen sollten
Die App ist kostenlos, was den Einstieg leicht macht. Trotzdem würde ich vor der ersten Nutzung gemeinsam prüfen, wie das Kind mit dem Gerät umgehen soll. Eine klare Zeitspanne, ein fester Sitzplatz und eine gemeinsame Abschlussfrage helfen mehr als die Hoffnung, dass eine Lern-App automatisch zu sinnvoller Mediennutzung führt.
Die Altersfreigabe ab null Jahren bedeutet, dass das Angebot grundsätzlich für sehr junge Kinder geeignet ist. Sie sagt aber nicht, dass jedes Kind allein damit arbeiten sollte. Bei Vorschulkindern bleibt die Begleitung sinnvoll, besonders wenn es um das tatsächliche Lesen und nicht nur um das Betrachten von Bildern geht.
Wer mehrere Kinder hat, sollte außerdem beobachten, ob alle denselben Zugang finden. Ein jüngeres Kind kann sich von der Geschichte tragen lassen, während ein älteres Kind schon selbst lesen möchte. In diesem Fall ist es hilfreich, die Rollen zu wechseln: Einmal liest der Erwachsene, danach übernimmt das Kind einzelne Stellen. So wird aus derselben Geschichte eine gemeinsame Aktivität mit unterschiedlichem Anspruch.
Die Veröffentlichung am 25. April 2018 zeigt zudem, dass die App kein ganz neues Konzept ist. Das muss kein Problem sein. Für mich ist entscheidender, ob die Gestaltung zum eigenen Gerät und zum Alter des Kindes passt. Wer ausschließlich die neuesten Lernsysteme mit modernen Auswertungen sucht, könnte andere Angebote zeitgemäßer finden; wer einen unkomplizierten Geschichten-Einstieg sucht, kann hier trotzdem fündig werden.
Mein Urteil über den gesamten Spielkreislauf
Der Ablauf von Lesestart zum Lesenlernen ist nachvollziehbar: Das Kind startet mit einer Handlung, erhält eine direkte Reaktion, wird durch den Fortgang belohnt und kann danach ohne Druck erneut beginnen. Dieser Kreislauf funktioniert, weil jede Phase die nächste vorbereitet. Die Geschichte macht den ersten Schritt interessant, die Rückmeldung hält die Aufmerksamkeit, und der Neustart ermöglicht Wiederholung.
Die beste Nutzung sehe ich in kurzen gemeinsamen Lesemomenten, nicht als Ersatz für Bücher, Unterricht oder gezielte Förderung. Wer diese Erwartung mitbringt, bekommt ein Werkzeug, das Lesenlernen spielerisch einleiten kann. Besonders stark ist die App bei Kindern, die erst einmal neugierig auf Geschichten werden müssen, bevor sie sich freiwillig mit Text beschäftigen.
Ich würde sie einem Freund mit einem Vorschulkind empfehlen, sofern die Familie bereit ist, gelegentlich mitzulesen und über die Geschichten zu sprechen. Für ein vollständig selbstgesteuertes Training oder für ältere Kinder mit konkreten Leseschwierigkeiten würde ich eine spezialisierte Alternative ergänzen. Als kostenloser, erzählerischer Einstieg bleibt Lesestart zum Lesenlernen aber eine sympathische Wahl, weil der nächste Versuch nicht wie eine neue Prüfung wirkt, sondern wie die Einladung, eine Geschichte noch einmal anders zu entdecken.
Vorteile
- Kostenlos und ohne Werbung nutzbar
- Kindgerechte Übungen für erste Leseschritte
- Übersichtliche Bedienung auch für jüngere Kinder
- Fördert spielerisch Buchstaben- und Lauterkennung
- Geeignet zur Begleitung des Lesenlernens zu Hause
Nachteile
- Übungsumfang könnte für fortgeschrittene Kinder begrenzt sein
- Teilweise ist die Unterstützung durch Erwachsene hilfreich
- Nicht alle Inhalte sind für jedes Alter gleichermaßen passend
- Der Lernfortschritt lässt sich nur eingeschränkt verfolgen
- Für längere Nutzung fehlt möglicherweise etwas Abwechslung
- Kategorie
- Lernen
- Version
- Je nach Gerät unterschiedlich











