Chess
- 539.00
- 4,4
- Installationen
- 100.00M
- Version
- 1.2.3
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Wer Schach unterwegs ohne lange Vorbereitung ausprobieren möchte, bekommt mit Chess ein kostenloses 3D-Brettspiel für Android. Ich finde den Einstieg angenehm direkt: Die App konzentriert sich auf das klassische Brett und macht daraus kein überladenes Sammelspiel mit Nebenaufgaben. Gerade wenn du zum ersten Mal eine Schach-App installierst, ist diese klare Ausrichtung hilfreich. Du kannst dich auf Figuren, Züge und die Stellung konzentrieren, statt zuerst ein kompliziertes Menü zu lernen.
Mein Eindruck nach dem Ausprobieren ist allerdings zweigeteilt. Als unkomplizierte Möglichkeit, eine Partie auf dem Smartphone oder Tablet zu beginnen, funktioniert Chess gut. Wer dagegen ausführliche Lernkurse, eine große Online-Community, tiefgehende Statistiken oder eine besonders umfangreiche Trainingsumgebung sucht, sollte seine Erwartungen niedriger ansetzen. Die Anwendung von CanaryDroid ist vor allem ein klassisches Brettspiel, kein vollständiger Schachlehrgang.
So findest du vom ersten Start bis zum ersten guten Zug
Was dich beim Öffnen erwartet
Die 3D-Darstellung ist der auffälligste Teil des Spiels. Statt nur flache Symbole auf einem zweidimensionalen Feld zu zeigen, stellt Chess das Brett räumlicher dar. Das kann vertrauter wirken, wenn du Schach bisher von einem echten Brett kennst. Gleichzeitig braucht die Perspektive etwas Eingewöhnung: Je nach Blickwinkel können Figuren weiter hinten zunächst kleiner erscheinen, und bei einer schnellen Berührung ist es wichtig, wirklich das gewünschte Feld zu treffen.
Ich würde neuen Spielern empfehlen, die erste Partie nicht sofort als Prüfung zu betrachten. Nimm dir zunächst eine Minute, um die Anordnung zu prüfen: Die hellen Felder sollten aus deiner Sicht unten rechts liegen, die Bauern stehen vor den übrigen Figuren, und die Dame gehört auf ihre eigene Farbe. Diese kurze Kontrolle verhindert einen typischen Anfängerfehler, der nichts mit der App selbst zu tun hat.
Chess ist als Spiel der Kategorie Brettspiele eingeordnet und richtet sich mit der Altersfreigabe USK ab 0 Jahren an ein sehr breites Publikum. Das passt zu meinem Eindruck: Die Oberfläche wirkt sachlich und das Grundprinzip bleibt das bekannte Schach. Für Eltern kann das interessant sein, wenn ein Kind zunächst ohne komplizierte Zusatzsysteme mit dem Spielbrett vertraut werden soll. Für Erwachsene ist es ebenso praktisch, wenn sie eine schnelle Partie zwischendurch suchen.
Der Entwickler CanaryDroid setzt hier auf eine einfache, sofort verständliche Idee. Das Spiel wurde am 30.07.2019 veröffentlicht und ist weiterhin kostenlos erhältlich. Die aktuelle Version ist 1.2.3; als Mindestvoraussetzung wird Android 4.0 genannt. Dadurch ist Chess auch für ältere Android-Geräte grundsätzlich interessant, sofern das Gerät die Anwendung noch sauber ausführt.
Die erste Einrichtung ohne unnötige Umwege
Nach der Installation würde ich nicht versuchen, alle Möglichkeiten auf einmal zu erkunden. Starte mit einer normalen Partie und konzentriere dich darauf, wie die Auswahl eines Feldes funktioniert. Bei einem 3D-Brett ist der wichtigste praktische Schritt, die eigene Berührung genau zu setzen: Erst die Figur auswählen, dann das Zielfeld. Wenn ein Zug nicht angenommen wird, liegt das oft eher an einer ungenauen Berührung als an einem falschen Schachzug.
Für die erste Runde hilft eine feste Reihenfolge. Suche dir zunächst einen Bauern in der Mitte aus, zum Beispiel den Bauern vor dem König oder der Dame, und verschiebe ihn nur so weit, wie es die Grundregeln erlauben. Danach entwickelst du möglichst einen Springer oder Läufer. Dieser kleine Ablauf ist sinnvoller, als am Anfang ständig dieselbe Figur zu bewegen. Du siehst dadurch schneller, wie das dreidimensionale Brett auf deine Auswahl reagiert, und bekommst gleichzeitig einen ersten Schachplan.
Ein nützlicher Tipp ist, vor jedem Zug kurz zu prüfen, welche gegnerischen Figuren das Zielfeld kontrollieren. Anfänger schauen häufig nur darauf, ob eine eigene Figur ziehen darf. In Chess solltest du zusätzlich überlegen, ob die Figur nach dem Zug sofort geschlagen werden kann. Diese Gewohnheit macht aus einem zufälligen Antippen allmählich eine bewusste Entscheidung.
Die kostenlose Ausrichtung ist ein klarer Vorteil für den Einstieg. Du musst nicht erst Geld ausgeben, um herauszufinden, ob dir die Darstellung gefällt. Gleichzeitig solltest du nicht automatisch erwarten, dass eine kostenlose Schach-App dieselbe Tiefe wie eine spezialisierte Lern- oder Online-Plattform bietet. Wenn du hauptsächlich Erklärungen, Eröffnungsdatenbanken oder eine starke Gegnerauswahl suchst, sind klassische Alternativen mit Schwerpunkt auf Training wahrscheinlich passender.
Der erste sinnvolle Erfolg
Ein realistisches erstes Ziel ist nicht sofort ein Sieg. Versuche zunächst, die ersten zehn Züge zu überstehen, ohne eine Figur ungeschützt stehen zu lassen. Entwickle beide Springer und mindestens einen Läufer, bringe die Dame nicht zu früh heraus und achte darauf, dass dein König nicht mitten im offenen Brett bleibt. Diese einfache Aufgabe gibt dir eine klare Richtung und verhindert, dass die 3D-Optik nur zum Herumprobieren verleitet.
Wenn du einen Zug zurücknehmen oder eine Stellung neu betrachten möchtest, solltest du nicht hektisch weiterspielen. Halte nach jeder gegnerischen Antwort kurz inne und frage dich: Was hat sich auf dem Brett verändert? Welche Figur greift jetzt an? Gibt es eine direkte Bedrohung? Gerade bei einer mobilen Partie ist diese Pause wertvoll, weil man auf einem kleinen Bildschirm leicht eine diagonale Linie von Läufer oder Dame übersieht.
Mein bevorzugter Alltagseinsatz wäre eine kurze Partie während einer Wartezeit. Du öffnest das Spiel, machst einige überlegte Züge und legst das Gerät wieder weg, sobald du unterbrochen wirst. Für diesen Zweck ist die reduzierte Idee angenehmer als eine App, die dich mit Ranglisten, täglichen Aufgaben oder vielen Benachrichtigungen beschäftigt. Schach lässt sich hier als ruhige Beschäftigung nutzen, bei der du selbst das Tempo vorgibst.
Ein zweiter sinnvoller Einsatz ist das gemeinsame Spielen auf einem Tablet. Ein größeres Display macht die 3D-Ansicht übersichtlicher, und zwei Personen können sich beim Zugwechsel absprechen. Auf einem kleinen Smartphone kann das dagegen schnell unpraktisch werden, besonders wenn mehrere Figuren dicht beieinander stehen. Für eine gemeinsame Partie am Küchentisch würde ich deshalb eher ein Tablet oder ein echtes Brett wählen; für eine Einzelpartie unterwegs reicht das Telefon gut aus.
Wo Anfänger leicht durcheinanderkommen
Die räumliche Darstellung sieht ansprechender aus als ein reines zweidimensionales Brett, ist aber nicht automatisch lesbarer. Perspektive und Figurengröße können die Entfernung zwischen Feldern optisch verändern. Mein Rat: Beurteile einen Zug nicht nur nach dem Aussehen der Figur, sondern verfolge die Felder systematisch. Bei einem Läufer gehst du diagonal, bei einem Turm gerade, bei der Dame in beide Richtungen und beim Springer in seinem charakteristischen Sprung. Diese gedankliche Kontrolle bleibt auch dann wichtig, wenn die Bedienung grundsätzlich verständlich ist.
Besonders tückisch ist die Sicherheit des Königs. Viele Einsteiger sehen eine bedrohte eigene Figur und wollen sie sofort retten, übersehen dabei aber, dass der König bereits im Schach steht. In dieser Situation darfst du nicht irgendeinen angenehmen Zug machen. Du musst den Angriff abwehren, den König bewegen oder die angreifende Figur schlagen, wenn das regelgerecht möglich ist. Die App kann die Regeln durchsetzen, aber sie ersetzt nicht den kurzen Blick auf die gesamte Stellung.
Auch die Dame verführt zu vorschnellen Aktionen. Sie ist stark, kann aber früh im Spiel leicht von Bauern und Leichtfiguren angegriffen werden. Wenn du sie nach wenigen Zügen mehrfach bewegst, verlierst du Zeit und lässt deinen Gegner seine Figuren entwickeln. In Chess ist es daher sinnvoll, die 3D-Ansicht nicht mit spektakulären Angriffen zu verwechseln. Ein ruhiger Entwicklungszug ist oft der bessere nächste Schritt.
Eine weitere typische Unsicherheit betrifft das Ende einer Partie. Nicht jede Partie endet mit einem klaren Matt. Es kann auch zu einer Stellung kommen, in der kein sinnvoller Gewinn mehr möglich ist oder ein Spieler keinen regelgerechten Zug hat, ohne im Schach zu stehen. Für Anfänger ist das zunächst verwirrend, weil sich eine Partie dann nicht wie ein deutlicher Sieg anfühlt. Ich würde solche Situationen als Gelegenheit nutzen, die letzten Züge zurückzuverfolgen und zu prüfen, wann die Stellung festgefahren ist.
Wie du nach der ersten Partie weitermachst
Nach einer verlorenen Partie solltest du nicht einfach sofort eine neue starten. Suche dir einen einzigen Wendepunkt heraus: den Moment, in dem eine Figur verloren ging, der König gefährlich wurde oder ein Angriff ohne ausreichende Unterstützung begann. Wenn du nur diesen Abschnitt analysierst, bleibt mehr hängen als nach einer langen, unübersichtlichen Rückschau. Die 3D-Ansicht kann dabei helfen, die Stellung noch einmal räumlich zu betrachten, solange du dich nicht von der Optik ablenken lässt.
Für die nächsten Spiele empfehle ich eine kleine persönliche Regel: Ziehe erst, nachdem du mindestens zwei Antworten des Gegners bedacht hast. Frage dich, was passiert, wenn die gegnerische Figur schlägt, ausweicht oder selbst eine Drohung erzeugt. Das ist kein vollständiges Training, aber es macht die Partie sofort bewusster. Besonders auf dem Smartphone verhindert diese Methode, dass du aus Versehen den erstbesten sichtbaren Zug ausführst.
Wer mit Schach ganz neu beginnt, sollte außerdem nicht zu viele Eröffnungsnamen auswendig lernen. Wichtiger ist, die Mitte zu beeinflussen, Figuren zu entwickeln und den König zu sichern. Chess eignet sich gut, um diese Grundideen direkt auf dem Brett zu üben. Für taktische Aufgaben oder ausführliche Erklärungen wäre eine ergänzende Lern-App die bessere Wahl. Das ist keine Schwäche der Darstellung, sondern eine Frage des Schwerpunkts: Hier steht das Spielen im Vordergrund.
Im Vergleich zu einem physischen Brett ist Chess sauberer für spontane Einzelpartien. Du brauchst keine Figuren aufzubauen, kannst eine Stellung jederzeit starten und hast das komplette Brett auf einem Gerät. Das echte Brett bleibt jedoch überlegen, wenn du mit einer anderen Person am Tisch spielen möchtest oder ein Kind über das Anfassen der Figuren lernen soll. Die App ersetzt dieses Gefühl nicht; sie macht Schach vor allem verfügbar, wenn gerade kein Brett in Reichweite ist.
Im Vergleich zu umfangreichen Online-Schachdiensten wirkt Chess bewusst schlanker. Solche Dienste sind meist die bessere Wahl, wenn du gegen Menschen aus aller Welt spielen, deine Spielstärke verfolgen oder regelmäßig Lektionen bearbeiten möchtest. Chess passt eher zu dir, wenn du klassische Partien ohne den Druck einer öffentlichen Umgebung bevorzugst. Wer eine ruhige, lokale Spielerfahrung sucht, kann diese Einfachheit als Stärke empfinden.
Für wen sich der Download lohnt
Ich würde Chess vor allem Einsteigern, Gelegenheitsspielern und Familien empfehlen, die das Grundspiel ohne finanzielle Hürde ausprobieren möchten. Auch ältere Android-Geräte können interessant sein, weil Android 4.0 als Mindestversion angegeben ist. Die breite Nutzung zeigt, dass die App viele Menschen erreicht: Sie kommt auf über 100 Millionen Installationen und hat eine durchschnittliche Bewertung von 4,4 bei rund 297.000 Bewertungen. Diese Zahlen sind kein Ersatz für den eigenen Eindruck, sprechen aber dafür, dass das einfache Konzept viele Spieler anspricht.
Die App ist weniger geeignet, wenn du eine umfassende Schachschule erwartest. Wer jeden Zug kommentiert bekommen möchte, gezielt Eröffnungen trainiert oder detaillierte Fortschritte dokumentieren will, sollte sich nach einer spezialisierten Lösung umsehen. Auch Spieler, die ausschließlich gegen menschliche Gegner antreten möchten, werden mit einer stärker auf Online-Partien ausgerichteten Alternative wahrscheinlich glücklicher. Chess ist dann richtig, wenn das Brett selbst das Zentrum bleiben soll.
Ein praktischer Vorteil für Familien ist die niedrige Einstiegshürde durch die Altersfreigabe USK ab 0 Jahren. Trotzdem würde ich jüngere Kinder nicht einfach allein mit dem Spiel lassen, wenn sie die Regeln noch nicht kennen. Die App kann eine Partie ermöglichen, aber die besten ersten Erklärungen kommen oft von einer Person, die zeigt, warum ein Zug erlaubt oder gefährlich ist. Danach kann das Kind selbst experimentieren und ein Gefühl für die Figuren entwickeln.
Für meinen Geschmack liegt die größte Stärke in der unmittelbaren Nutzbarkeit. Ich muss nicht erst ein Profil pflegen oder mich in ein komplexes System einarbeiten, um einen Zug zu machen. Die größte Einschränkung liegt genau auf der anderen Seite: Wer nach jeder Partie umfangreiche Rückmeldung erwartet, könnte die Erfahrung zu schlicht finden. Deshalb würde ich vor dem Download überlegen, ob du tatsächlich spielen oder vor allem lernen und messen möchtest.
Mein Fazit nach dem Ausprobieren
Chess ist eine unkomplizierte 3D-Schach-App, die ihre Aufgabe klar versteht: ein klassisches Brettspiel auf Android schnell zugänglich zu machen. Der kostenlose Download, die niedrige Altersfreigabe und die Unterstützung älterer Android-Versionen machen den Einstieg leicht. Mir gefällt besonders, dass die Anwendung nicht versucht, aus einer Partie ein großes Belohnungs- oder Unterhaltungssystem zu machen.
Gleichzeitig solltest du die räumliche Darstellung nicht mit zusätzlicher Spieltiefe verwechseln. Anfänger müssen sich an Perspektive, Feldauswahl und die Kontrolle langer Angriffslinien gewöhnen. Wer diese Punkte berücksichtigt und vor jedem Zug kurz die gegnerischen Drohungen prüft, kommt jedoch schnell zu ersten sinnvollen Partien. Mein konkreter Rat lautet: Beginne auf einem möglichst großen Bildschirm, entwickle zuerst mehrere Figuren, sichere den König und analysiere nach der Partie nur den entscheidenden Fehler.
Für eine kurze Partie zwischendurch, ein erstes Kennenlernen der Schachregeln oder ein ruhiges Spiel ohne viel Ablenkung ist Chess eine gute Wahl. Für ernsthaftes Training, Online-Wettbewerbe und ausführliche Statistiken würde ich eine andere Schachplattform ergänzend oder stattdessen wählen. Wenn du aber genau das klassische Brett suchst und ohne Kosten loslegen möchtest, kannst du hier mit wenig Aufwand deinen ersten guten Zug machen.
Vorteile
- Kostenlos spielbar und ohne großen Einstieg sofort verständlich
- Partien lassen sich flexibel an das eigene Zeitlimit anpassen
- Übersichtliche Darstellung erleichtert das Erkennen wichtiger Züge
- Geeignet für Anfänger und erfahrene Schachspieler
- Gute Möglichkeit
- unterwegs regelmäßig zu trainieren
Nachteile
- Für manche Funktionen ist möglicherweise eine Internetverbindung nötig
- Der Funktionsumfang kann je nach Plattform oder Version variieren
- Anzeigen können den Spielfluss in der kostenlosen Version stören
- Stärkere Gegner können Einsteiger schnell überfordern
- Lange Partien beanspruchen auf mobilen Geräten relativ viel Akku











